Paul Krieger

Tex und Sprache

Frau, Mann, Wiese

ISBN  3-927684-04-X

© paul k

erscheint demnächst im p+b -Verlag 

Zeichnungen  Martin Perger


DAS IST EIN SELTSAM KOSTBAR DING DAS MICH ...

... da ergriffen trotz meiner Wehr
Und schwitzend richt ich Argumente an
und lauf und baue Berge gegen die
Verklärung auf Dein Strahlen treibt den
Schweiß mir ins Gesicht Und er brennt so
fürchterlich Hörst du mich nicht klagen?

Es ist nur Fleisch das dich ergriffen hat
Fest und zart und warm und süß und köstlich
Pack dir's Beiß hinein dann stößt du satt
schnell auf! Das hau ich wütend in den
Schädel wie ich da deine Schenkel spür
und blick mich schon erschrocken um nach dir

denn Schrammen und die Blasen möcht ich
in deinem Atem kühlen immerfort


BERICHTE UNTER BLAUEM HIMMEL MIT WEISSEN WOLKEN

Zwei weiße Flügel liegen da vor mir
Von einem Plastik-Jumbo der hier als
Werbegeschenk ins Hause kam Einer
ist ein Maß der andere ein Spitzer

Den Wolken bin ich gefolgt über den
Worten die du mir berichtet hast
Weißt du eigentlich wo ich mich
befand? In deinem Schmerz gefangen?

Jeder Flur gibt eine Richtung vor der
wir gerne folgen sind wir uns bekannt
und so hab ich nach der Tür geschielt wo
schon die Sonne schien und hab addiert

und subtrahiert und hab der Trauer
mein kühnes Lächeln vorgeschlagen














SO SELTEN SIND CHAUFFEURE!

Der Fabrikantentochter die doch ganz
anders ist zwang ich zwei Küsse auf
die Wangen nach einem herrlich heißen
langen Tag ohne Kleider dort am Strand

Flugs stieg ich aus ihrem leisen Auto
aus weil sie mir in die Augen schaut
als wäre sie mir wirklich nah Oder
las ich die Lust die ich empfand ihr
warmes Fleisch zu greifen männlich dumm
ins grüne Blau nur ein das verwundert
mich anstarrte? So hab ich mir zum
Trost gesagt als ich die Tür zuwarf

Am Straßenrand steh ich seit Tagen schon
und schau nach himmelblauen Wagen



IM NEUEN REVIER

Listig wie der Fuchs im zerschlissnen Pelz
hab ich mich eingeschlichen in dein Heim

Wie froh war ich die Beute so vertraut
zu sehn und hab den Anblick den mir die
Leiter bot genossen wie vor jenen
Tagen als Leib dem Kopf vorsagte
was dich fordert das nimm an getrost!
Verspielt wie der Welpe der gerne
beißt nichts von Bissen sowie Stichen weiß hab
weiß hab ich mein Mal gesetzt Meister
Instinkt hat gehüstelt Friss krepier
mir nicht! Worauf ich dämlich lachte

Meister fragte ich wie freu ich mich
wenn aufgefressen dieses Wesen ist?








VOM HIMMEL UND DEM TELEFON

Versprochen hattest du den Himmel mir
nicht aber um Rat hattest du mich
gefragt wo der hin sollte Da
war ich glücklich und hab dir geraten
häng das Ding nur nicht zu tief und wenn
du willst dann halt ich gern die Leisten

Tranken Tee und saßen auf dem Boden
Den mitgebrachten Kuchen verdrückten
wir ganz und gar als wir gemeinsam
Höhen und darunter Gehen planten

Einsam lief ich auf und ab vor dem
stummen Apparat als ich zu Hause
war Plötzlich kam mir in den Sinn
du hast den Himmel ohne mich gesetzt


SAMMLERIN UND JÄGER

Es traf der Jäger die Sammlerin auf
einer Wiese die voller Kräuter stand
Sie bückte sich bog einen Halm und
zeigte ihm den dicken Bauch der Spinne

Erstaunt gab er sich da den blauen
Augen hin Warum hatte er dies
Wesen nie so gesehn? Worauf sie
ihm von grünen Blätter bot die er
gierig gegen jeden Zweifel aß

In der Ferne sah er einen Gipfel
der voll mit Bäumen stand Der Aufstieg
fiel so unbeschwerlich und als der
Jäger mit der Sammlerin ins Tal dann
sah vergaß er Pfeil und Bogen


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