Paul Krieger
 Texte und Sprache

Malinowski kommt

Roman 

 

Eine Geschichtsgeschichte aus den Achtzigern mit den Siebzigern, ca.300 Seiten

Konfrontiert mit Terrorismus und Mord, gerät das Weltbild Malinowski ins Schwanken. Manch einer wird sich beim Lesen erinnern, wird sich wiederfinden, wenn Rainer, der sich nicht verlieren will in Oberfläche und Entschuldigung, schließlich an der größten Demonstration der Nachkriegszeit im Herbst '81 teilnimmt. Findet er dort die Antwort, die er sucht?

 Demnächst als Buch und Kindle oder sonstige Formate

 


(Auszug)

... Diese Stadt war immer eine Nachricht wert. Berlin, unser aller wahres Herz, das man uns grausam aus dem Leib gerissen hatte. Da schlug das Herz außer Takt, skelettorisiertdie Kammern. Rechts und links, wo fließ ich nur? fragte sich das Blut verwirrt und dick geworden. Und doch floss es in einer Bahn. Aber wie oft sorgte der ungeheure Überdruck am bloßgelegten, infizierten Zentralorgan für eine laut zischende Fontäne aus dem tauben Aderriss. September 81 - in dieser bestraften Stadt - flackerte wild dort am Bildschirm. In dieser Stadt spukte es wahrhaftig, seit des Volkes selbsternannter größter Sohn aus Wut über die Verwirrung der Geschichte sich dort das Leben genommen hatte. Der große Seher war verzweifelt, weil er ahnte, sein Volk, nicht fähig zu siegen,würde dennoch überleben. Das hatte ihn wohl fix und fertig gemacht.

September 81 in Berlin spritzte mit grellen Bildern um sich. Schwenk.

In Frankfurt, wo Nutten, Nullen und Banken um den letzten Bürger kämpften, gleich woher der kam - wo es gewiss dem größten Sohn der Stadt, um den sie sich hüben wie drüben rissen, ganz im Gegensatz zum erstgenannten, garantiert heute nicht schlecht im Saunaclub gefiele - in diesem verkommenen Frankfurt haben die Profichaoten solidarisch Remmidemmi mitgemacht. Scheiben waren zu Bruch gegangen, Dr. Müller ausgeräumt, Autos umgekippt und angesteckt, kurzum, es brannte wieder mal lichterloh in Frankfurt.

"Das sind doch immer die gleichen Leute. Immer dieselben Städte. Die gleichen Parolen!" gab Vera wütend von sich. "Und immer läuft das gleich ab. Zuerst die Demo, und ob angemeldet oder nicht, fliegen dann die Steine. So wie sich das für eine zünftige Demo gehört. Scheiben gehen zu Bruch, dann fließt das erste Blut. Gegenmaßnahmen werden ergriffen, also Wasser marsch! Knüppel werden geschwungen, Tränengas rausgespritzt. Ach,der Ohnesorg war ja schon zu lange tot"...

Ein winziger Auszug aus dem wilden Buch, das so lange braucht, bis es endlich veröffentlicht ist. War das so eine verrückte Zeit, die so schwer verständlich zu machen ist? Deswegen dauert es so lange mit diesem Buch? Waren wir einzig nicht ganz bei Trost? Ewig zugekifft? Oder sahen wir die Wahrheit, die alte Geschichte, die nun schon wieder von so vielen einfach hingenommen? Gott zum Lobe, es lebe der Fortschritt und hoch die Banken fort und das Kapital!

Gott zum Lobe, es gab noch Leute, die Widerstand leisteten, nicht einfach akzeptierten und schluckten und glücklich sich dem Konsum oder der Sehnsucht nach ihm hingaben.

Und heute gibt es sie auch noch, es gibt auch noch Banken und das Kapital - ist das nicht wunderbar!


Der Roman wird kommen, ganz sicher ... habt Geduld.