Paul Krieger
 Texte und Sprache

Mehr Meer

Sonette.


Demnächst zu lesen ... wenn man will. Die Bilderrechte müssen allerdings noch neu geklärt werden.

Stein & blaues Stirnband (Das Bild dazu ist hier.)

Du bist in dir geschlossen wie ein Stein

auf einem goldnem Strand der wartet

Du bist karg aber warm und schön

Keiner kann daran vorübergehn

ohne sich zu bücken so wie ich

dies tat als ich dich in der Sonne

glänzen sah Wenn ich dich in meinen

Händen hielt spürte ich du lebst

Nur durch dich lebte auch ich Wie

groß war meine Angst So trug ich fest

an meinem Herzen dich und jeder

meiner Finger griff nach deinen Farben

Manch warmen Stein hob ich seitdem auf

Doch dein blaues Stirnband fand ich nicht

Minotaurus im All - Tag um Tag (Das Bild dazu ist hier.)

Blau herrscht nun vor Jenes Blau der Nacht

die nimmer endet weil sie ins All entglitt

trotz des Ruders das Minotaurus

brünstig aus der Zeit sich eilends bricht

Dies Blau ist nicht schwarz sondern klar

Es läßt den weißen Mond erkennen

und die Stätten wo der Mensch herkam

Es ist ein Blau das fröhlich stimmte

- färbt es doch die Ohren golden und

hält ein Bein beim andern fest - gäb´ es

nicht den spitzen Keil sowie das Tor

Stiere ohne Rot sind endlos tot

selbst wenn auf Ziffernblättern reisend



A wie Atalanta und Äpfel und Gebäck (Das Bild ist hier.)

Als wir uns fanden vor dem Tisch

da schoben wir den blauen Teller

hastig an den Rand Was scherte uns

Gebäck! Der Sinn stand mehr nach Fleisch

Das braune Holz ist dick und fest

gefleckt vom Wein den wir vergossen

Von Messern Gabeln Fingernägeln

sind da Riefen Wir haben Male

hier genossen Wir stritten dort bis

tief in jede Nacht Dann saßt du links

ich saß dort rechts und mittendrin

ein bittres Gelb und auch ein böses Rot

Vierzehn Äpfel liegen auf unserm Tisch

Wie tröstlich daß sie grad keiner ißt

Mein Herz ist blau bei mir (Bild dazu hier.)

 Ich leb´ in diesem erdverklebten Raum

seit dem Tag als viel zu viele Farben

viel zu tief in meine Augen traten

Bloß eine blaue Schatulle nahm

ich zum Atmen mit Was drinnen ist

fragst du kleiner schwarzer Vogel?

Öffne sie! Dann schlage ich das Buch

gleich zu Weißt du wie viel Seiten

lang ich warte um ihren Inhalt

einem Wesen aufzutun? Manchmal

find´ ich mich am Fenster Schau ich zum

Tisch dann hin stehn mir die Beine dort

Du hast Angst dich mir zu nähern?

Recht so! Dreh dich und flieg hoch fort